FIRMEN MALEN - Art-Based Coaching

09.10.2026

Der Tag nach dem Teamevent: Wenn der Pinsel trocken ist

Ein Teamevent mit FIRMEN MALEN endet zuverlässig mit drei Dingen: farbigen Händen, einem gemeinsamen Bild und sehr viel guter Laune. Was es nicht zuverlässig mit sich bringt, ist der nächste Montag. Der sieht nämlich erstaunlich oft aus wie jeder andere Montag auch – und viele Führungskräfte nehmen das persönlich. Zu Unrecht, wie ich finde. Man kann einem Regenschirm auch nicht vorwerfen, dass er keinen Sturm verhindert.

Die Kernaussage in einem Satz

Ein Teamevent öffnet für einen Tag ein Fenster – ob es offen bleibt, entscheidet nicht der Event, sondern das, was Sie danach damit machen.

Was so ein Event wirklich kann – und was nicht

Wenn vierzig Kolleginnen und Kollegen gemeinsam an einer Leinwand stehen, passiert etwas, das sich schlecht in ein Reporting-Kästchen packen lässt: Die Abteilungsleiterin diskutiert mit dem Azubi über die richtige Pinselstärke, und zum ersten Mal seit Monaten redet niemand über das Quartalsziel. Das ist wertvoll, und es ist auch genau das, wofür so ein Tag gedacht ist. Ein Event stärkt, was im Team ohnehin schon angelegt ist – es repariert aber keine Statik, die seit Jahren schief steht. Wer das vom Farbeimer erwartet, verlangt von ihm, was eigentlich der Statiker leisten müsste.

Warum der Alltag so hartnäckig zurückkommt

Teams sind, was Gewohnheiten angeht, ungefähr so beweglich wie ich in Sachen Kunststudium: Meine Eltern hielten das damals für keine gute Idee, und ich habe brav etwas Vernünftiges gelernt – Architekt. Es hat Jahre gedauert, bis ich da wieder herausgefunden habe. Organisationen ticken ähnlich stur: Wer zuerst spricht, wer entscheidet, wie mit Reibung umgegangen wird – all das hat sich über Monate oder Jahre eingespielt, meist aus guten Gründen. Ein einzelner Tag kann Energie freisetzen, aber er schreibt keine jahrelang eingeübte Choreografie über Nacht um. Dafür braucht es Wiederholung, und die liefert kein Kalendereintrag von sich aus.

Woran Sie merken, dass aus dem Impuls mehr werden sollte

Manchmal reicht der eine Tag tatsächlich, und alles ist gut. Spannend wird es, wenn sich nach dem Event dieselben Bilder zeigen wie vorher: Konflikte, die bloß kurz von der guten Stimmung überdeckt waren, bevor sie wieder auftauchen. Grüppchen, die sich auch beim gemeinsamen Malen kaum gemischt haben – Silodenken lässt sich erstaunlich gut an der Aufstellung vor der Leinwand ablesen. Oder Rollen, die seit der letzten Umstrukturierung, Fusion oder dem neuen Chef immer noch nicht geklärt sind. Zeigt sich dasselbe Muster nach dem Event unverändert, ist das kein Rückfall, sondern eine Information, die Sie geschenkt bekommen haben. Genau hier lohnt ein Blick auf ART.in.use., das systemische Teamentwicklung mit künstlerischen Methoden verbindet.

ART.in.use.: der Prozess, der nicht beim Trocknen der Farbe aufhört

ART.in.use. klingt technischer, als es gemeint ist. Dahinter steckt dieselbe künstlerische Methodik wie beim Teamevent, nur mit mehr Zeit und mehr Tiefe, verteilt auf drei Stufen. Teamcoaching mit Kunst dauert ein bis zwei Tage und passt, wenn Spannungen spürbar, aber noch nicht eskaliert sind. Teamentwicklung mit Kunst zieht sich über mehrere Wochen in aufeinander aufbauenden Modulen und eignet sich für Teams, die Wandel spüren, ihn aber noch nicht benennen können. Organisation und Change begleitet ganze Organisationen bei Fusionen oder Restrukturierungen, über mehrere Teams und Standorte hinweg. Jede Stufe folgt demselben Dreischritt aus Bestandsaufnahme, Coaching mit künstlerischen Elementen und künstlerischer Verankerung – nur eben wiederholt und vertieft.

Wie aus einem guten Tag ein guter Prozess wird

In der Praxis beginnt der Übergang selten mit einer großen Entscheidung, sondern mit einem offenen Gespräch kurz nach dem Event: Was ist sichtbar geworden, während alle mit dem Pinsel in der Hand standen? Welche Dynamiken kamen Ihnen bekannt vor? Ein kreatives Teamevent funktioniert dabei fast wie eine Diagnose, die man nebenbei mitgeliefert bekommt. Wer das Event als Ausgangspunkt statt als Endpunkt liest, bekommt die wertvollste Zugabe gratis dazu. Aus dieser Diagnose lässt sich dann in Ruhe ableiten, ob und welche Stufe von ART.in.use. passt.

Was Führungskräfte in den Wochen danach tun können

Der wichtigste Schritt ist unspektakulär: die Wochen nach dem Event bewusst beobachten, statt sie einfach verstreichen zu lassen. Taucht die alte Spannung wieder auf? Bleibt die neue Offenheit, oder verschwindet sie mit der ersten vollen Inbox? Wer den Transfer aktiv begleitet, statt ihn dem Zufall zu überlassen, holt aus einem guten Event den größten langfristigen Nutzen heraus. Und orientiert sich dabei besser an dem, was im Team tatsächlich zu beobachten ist, als an einem fixen Budget oder Kalender.

Fazit

Ein Teamevent und ein Entwicklungsprozess schließen sich nicht aus, sie bauen aufeinander auf. Das Event liefert den Impuls, die Offenheit und, mit etwas Glück, die ersten ehrlichen Hinweise auf tiefere Muster. Ob daraus mehr wird, entscheidet sich nicht am Eventtag, sondern in den Wochen danach – in der Beobachtung, im Gespräch und, wenn es passt, im Übergang zu ART.in.use. Wenn Sie nach Ihrem letzten Teamevent das Gefühl haben, dass das Bild noch nicht fertig ist, sprechen Sie uns an. Ein unverbindliches Gespräch kostet Sie nichts außer ein wenig Zeit – und die investieren Sie sonst ohnehin in Meetings, die weniger bringen.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie schnell nach einem Teamevent sollte man entscheiden, ob mehr nötig ist?

Es gibt keine feste Frist. Sinnvoll ist es, die ersten zwei bis vier Wochen nach dem Event bewusst zu beobachten, ob alte Muster unverändert zurückkehren oder sich tatsächlich etwas verschoben hat.

Kann man direkt mit ART.in.use. starten, ohne vorheriges Teamevent?

Ja. Wenn die Herausforderungen im Team bereits klar erkennbar sind, etwa nach einer Fusion oder bei wiederkehrenden Konflikten, kann der Einstieg auch direkt über eine der drei Stufen erfolgen.

Woran erkennt man, welche Stufe von ART.in.use. passt?

Das hängt von Tiefe und Reichweite der Themen ab: spürbare, noch nicht eskalierte Spannungen in einem einzelnen Team passen zu Stufe 1, länger andauernder, noch unbenannter Wandel zu Stufe 2, organisationsweite Veränderungen zu Stufe 3.

Eignet sich der Übergang auch für Teams, die ihr Event bei einem anderen Anbieter hatten?

Grundsätzlich ja. Entscheidend ist nicht, wer das ursprüngliche Event durchgeführt hat, sondern welche Muster im Team sichtbar geworden sind und wie diese weiterbearbeitet werden sollen.

Was kostet der Übergang von einem Event zu einem Prozess?

Das lässt sich ohne Kenntnis der konkreten Ausgangslage nicht seriös beantworten. Die Kosten richten sich nach Teamgröße, gewählter Stufe und Umfang der Begleitung und werden im persönlichen Gespräch transparent besprochen.

Autor: Götz Friedewald, Gründer von FIRMEN MALEN, zertifizierter Teamcoach und Künstler.