FIRMEN MALEN - Art-Based Coaching

19.10.2026

Ein Tag Farbe, und dann? Wann ein Teamevent reicht – und wann es mehr braucht

Am Ende eines FIRMEN-MALEN-Tages steht fast immer dasselbe Bild: eine fertige Leinwand, müde Arme vom Pinselhalten und ein Teamfoto, auf dem alle lachen, weil endlich Feierabend ist. Die Frage, die mich manchmal noch am Montag danach erreicht, lautet: Und jetzt? Bei manchen Teams hat sich an diesem einen Tag tatsächlich etwas gelöst. Bei anderen hängt am Ende nur ein schönes Bild an der Wand – und im Konferenzraum darunter wird weiter genauso leise aneinander vorbeigeredet wie vorher.

Die Kernaussage in einem Satz

Ein Teamevent verändert einen Tag. Ob es auch den Montag danach verändert, entscheidet sich nicht beim Farbmischen, sondern bei der Frage, was eigentlich gelöst werden soll. Das ist weniger Weisheit als Erfahrungswert: Ich mische seit über zwanzig Jahren Farben für Teams, und manche Fragen lassen sich damit beantworten. Andere nicht.

Was ein Teamevent wirklich leistet – und was nicht

Ein Teamevent ist in erster Linie eines: ein gemeinsamer Tag, an dem alle dasselbe tun und niemand sich dabei als Experte beweisen muss. Das ist mehr wert, als es klingt. Wer zusammen vor einer leeren Leinwand steht und nicht weiß, wie man anfängt, ist auf einmal auf Augenhöhe mit der Kollegin, die sonst die Statusmeetings leitet. Ein gutes Event schafft Nähe, Humor und eine gemeinsame Erinnerung – und genau damit erschöpft sich auch sein Auftrag. Es ist, wie ein kreatives Teambuilding-Format konzipiert ist: als eigenständiges, abgeschlossenes Erlebnis für einen Kickoff, ein Jubiläum oder einfach, weil es mal wieder Zeit für etwas Gemeinsames war. Wenn das, was ein Team braucht, Nähe und ein Reset ist, reicht das vollkommen. Wenn das Problem aber tiefer sitzt, ist ein Event ein sehr schöner Pflaster, das auf einer Wunde klebt, die weitergenäht werden müsste.

Die Signale, dass ein Event allein nicht reicht

Nicht jedes Team, das bei mir bucht, hat ein tieferes Problem – die meisten wollen einfach einen guten Tag. Aber es gibt Muster, die mir auffallen, wenn ich öfter mit derselben Organisation arbeite. Das deutlichste Signal: Wenn nach jedem Event dieselben Themen wieder auftauchen, war das Event nicht die falsche Idee – nur die falsche Dosis. Dazu zählen Fusionen, bei denen zwei Teams auf dem Papier eins sind, sich aber wie Gäste im Haus des anderen verhalten. Führungswechsel, nach denen keiner so recht weiß, welche Regeln noch gelten. Restrukturierungen, die auf der Folie klar aussahen und im Alltag trotzdem für Reibung an jeder Schnittstelle sorgen. In all diesen Fällen hilft ein Tag Malen – aber er löst nicht, wofür eigentlich mehrere Wochen Arbeit nötig wären.

Was ART.in.use. anders macht

Genau für diese Fälle gibt es seit diesem Jahr ART.in.use., unseren Prozessansatz für Teamentwicklung und Change. Der Unterschied ist strukturell, nicht nur stimmungsmäßig: Statt mit dem Pinsel zu starten, beginnt der Prozess mit einer systemischen Bestandsaufnahme – wer redet mit wem, wo hakt es, welche Muster wiederholen sich. Erst danach kommt die Arbeit mit künstlerischen und systemischen Methoden, bei der das, was in der Bestandsaufnahme sichtbar wurde, tatsächlich bearbeitet wird. Das gemeinsame Kunstwerk steht am Ende, nicht am Anfang. Das Malen ist bei ART.in.use. die Verankerung eines Ergebnisses, nicht das Ergebnis selbst. Für ganze Organisationen mit mehreren Teams lässt sich dasselbe Prinzip auf Change-Prozesse über Teamgrenzen hinweg skalieren – dann geht es nicht mehr um ein Team, sondern um die Schnittstellen zwischen vielen.

Ein Beispiel, wie der Übergang aussehen kann

Ein illustratives Beispiel, keine reale Kundengeschichte: Eine Führungskraft bucht ein Teamevent, weil nach einer Umstrukturierung „mal wieder Stimmung reinmuss". Der Tag läuft gut, es wird gelacht, am Ende hängt ein Bild. Zwei Monate später ruft dieselbe Führungskraft wieder an – dieselben Reibungen wie vorher, nur mit einem schönen Bild an der Wand daneben. In einem solchen Fall würde ich heute nicht sofort das nächste Event vorschlagen, sondern fragen, was genau unter der Oberfläche liegt. Manchmal reicht dann doch ein zweites Event mit anderem Fokus. Manchmal ist der ehrlichere Rat, erst einmal zu klären, was eigentlich das Problem ist, bevor überhaupt ein Pinsel in die Hand genommen wird.

Wie Sie entscheiden, was Ihr Team gerade braucht

Die einfachste Prüffrage, die ich kenne: Wiederholt sich ein Problem über mehrere Monate, über mehrere Anlässe, über mehrere Teammitglieder hinweg? Dann ist es wahrscheinlich kein Tagesproblem. Geht es stattdessen um einen einmaligen Anlass – neues Jahr, neues Projekt, einfach mal wieder zusammenkommen – dann ist ein klassischer Teambuilding-Workshop die richtige, unaufgeregte Antwort. Ich sage das offen, auch gegen mein eigenes Umsatzinteresse: Nicht jedes Team braucht einen Prozess. Manche brauchen einfach nur einen guten Tag miteinander. Wer unsicher ist, kann das auch gern direkt mit mir besprechen – darüber zu entscheiden ist leichter mit jemandem, der beide Formate selbst leitet, als mit einer Checkliste allein.

Fazit

Ein Teamevent und ein Entwicklungsprozess sind kein Entweder-oder, sondern zwei Werkzeuge mit unterschiedlicher Reichweite. Das eine verändert einen Tag, das andere einen Zustand. Beides ist legitim, beides hat seinen Platz – die Kunst liegt darin, vorher ehrlich zu klären, welches der beiden Ihr Team gerade braucht, statt es nach dem Event zu merken. Wenn Sie nicht sicher sind, auf welcher Seite Ihr Team gerade steht, sprechen wir am besten kurz darüber: Kontaktieren Sie uns, und wir finden gemeinsam heraus, ob ein Tag reicht oder mehr gebraucht wird.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist ein Teamevent bei ernsteren Konflikten überhaupt sinnvoll?

Ja, aber mit realistischer Erwartung. Ein Event kann die Stimmung kurzfristig entspannen und Nähe schaffen. Einen strukturellen Konflikt, der seit Monaten besteht, löst es in der Regel nicht allein – dafür ist ein begleiteter Prozess wie ART.in.use. gedacht.

Wie unterscheidet sich ART.in.use. konkret von einem FIRMEN-MALEN-Event?

Ein Event ist ein eintägiges, abgeschlossenes Format. ART.in.use. ist ein mehrstufiger Prozess aus Bestandsaufnahme, systemischem Coaching und künstlerischer Verankerung – das gemeinsame Bild steht am Ende, nicht am Anfang.

Können wir auch mit einem Event starten und später in einen Prozess übergehen?

Das ist sogar der häufigste Weg. Viele Teams merken erst während oder nach einem Event, dass eigentlich mehr dahintersteckt – und steigen dann gezielt in ein Teamcoaching oder einen Change-Prozess ein.

Für wie viele Personen oder Teams eignet sich ein Entwicklungsprozess?

Von einem einzelnen Team bis zu mehreren Teams oder einer ganzen Organisation. Bei mehreren Teams verschiebt sich der Fokus von einzelnen Beziehungen auf die Schnittstellen zwischen den Teams.

Muss man dafür malen können?

Nein. Das gilt für Events genauso wie für ART.in.use. – es geht nie um künstlerisches Talent, sondern darum, gemeinsam etwas sichtbar zu machen, das sich in Worten schwerer fassen lässt.

Autor: Götz Friedewald, Gründer von FIRMEN MALEN, zertifizierter Teamcoach und Künstler.