FIRMEN MALEN - Art-Based Coaching

27 Juni, 2026

Lernen im Team:

Warum gemeinsames Gestalten das Gehirn anders lernen lässt
Teammitglieder lernen durch gemeinsames künstlerisches Gestalten bei FIRMEN MALEN

Die meisten Trainings setzen auf Zuhören und Zusehen – dabei lernt das Gehirn am nachhaltigsten durch eigenes Tun. Dieser Beitrag zeigt, warum aktives, gemeinsames Gestalten (wie bei **FIRMEN MALEN**) Wissen tiefer verankert als jeder Vortrag: durch den sogenannten Generation-Effekt, durch Embodied Cognition – und durch Spiegelneuronen, die gemeinsames Handeln im Team förmlich „ansteckend“ machen.

Unternehmen investieren viel in Weiterbildung – und doch verflüchtigt sich ein großer Teil des Gelernten innerhalb weniger Wochen. Ein Grund: Klassische Formate setzen vor allem auf Zuhören, Lesen und Zusehen. Genau das ist aus neurowissenschaftlicher Sicht die schwächste Form des Lernens. Das Gehirn lernt nachhaltiger, wenn der Körper mitmacht und Wissen aktiv selbst erzeugt wird – nicht nur empfangen.

Für Teams ist das mehr als eine Lerntheorie. Es erklärt, warum gemeinsames künstlerisches Gestalten – wie bei FIRMEN MALEN – nicht nur ein angenehmes Erlebnis ist, sondern ein wirksames Lernformat: Es aktiviert genau jene Mechanismen, die Wissen im Gehirn verankern und im Team gemeinsam abrufbar machen.

1) Der Generation-Effekt: Selbst erzeugtes Wissen bleibt besser haften

Die Kognitionsforschung kennt ein robustes Phänomen: den Generation-Effekt. Informationen, die Menschen selbst erzeugen – statt sie nur zu lesen oder zu hören – werden deutlich besser erinnert. Eine vielzitierte Meta-Analyse über 86 Studien fand einen Effekt von rund 0,4 Standardabweichungen zugunsten aktiven Generierens gegenüber passivem Lesen.

Der Grund liegt in der Tiefe der Verarbeitung: Wer eine Lösung selbst entwickelt, muss Bedeutung und Kontext aktiv durchdringen. Auf neuronaler Ebene werden dabei mehr Hirnregionen gleichzeitig aktiv – darunter Areale für Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Bewegungssteuerung. Das Ergebnis sind stärkere, besser abrufbare neuronale Verknüpfungen.

Für Teams heißt das: Ein gemeinsam gestaltetes Werk erzeugt mehr nachhaltiges Lernen als jede Präsentation – weil jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer selbst etwas hervorbringt, statt nur zuzuhören.

2) Embodied Cognition: Der Körper ist Teil des Denkens

Die Forschung zur Embodied Cognition zeigt, dass abstraktes Verständnis auf konkreten körperlichen Erfahrungen aufbaut. Studien zu eingebettetem, körperlichem Lernen finden bei Lernenden, die Inhalte mit Hand, Bewegung und Material erarbeiten, ein besseres Verständnis und eine bessere Erinnerung als bei rein verbaler Instruktion.

Übertragen auf den Arbeitskontext bedeutet das: Wenn Teams nicht nur über Zusammenarbeit sprechen, sondern sie im gemeinsamen Gestalten körperlich erfahren – Pinsel führen, Farbe mischen, Flächen abstimmen – wird abstraktes Wissen über Kooperation greifbar. Es entsteht ein Verständnis, das „im Körper“ verankert ist und im Alltag leichter wieder abgerufen wird.

3) Spiegelneuronen: Warum gemeinsames Tun ansteckend wirkt

Giacomo Rizzolatti und sein Team in Parma entdeckten in den 1990er-Jahren Spiegelneuronen – Nervenzellen, die sowohl beim eigenen Handeln als auch beim Beobachten einer Handlung anderer aktiv werden. Sie gelten als neuronale Basis für Imitationslernen, Handlungsverständnis und Empathie.

In der Praxis bedeutet das: Wer ein Teammitglied beim Gestalten beobachtet, aktiviert ähnliche Hirnareale, als würde er selbst handeln. Bewegungen, Herangehensweisen und Problemlösestrategien übertragen sich dadurch fast beiläufig im Team – ohne dass jemand explizit „unterrichtet“. Gemeinsames Tun wird so zu einem sozialen Lernverstärker, der in reinen Wissensvermittlungs-Formaten fehlt.

4) Vom Wissen zum Können – Transfer in den Arbeitsalltag

Klassisches Training erzeugt oft Wissen, das im Berufsalltag nicht abgerufen wird, weil der Lernkontext zu weit vom Anwendungskontext entfernt ist. Gemeinsames künstlerisches Gestalten reduziert diese Distanz: Teams erleben Kommunikation, Rollenklärung, Kompromissfindung und Feedback unmittelbar am eigenen Tun – nicht als Theorie, sondern als gelebte Erfahrung.

Weil Generation-Effekt, Embodied Cognition und Spiegelneuronen-Mechanismen gemeinsam wirken, entsteht ein Lernen, das näher am echten Arbeitskontext liegt – und entsprechend leichter in den Alltag transferiert wird.

5) Was Unternehmen daraus gewinnen

  • Nachhaltigeres Lernen: Aktiv erzeugtes Wissen bleibt länger abrufbar als gehörtes oder gelesenes.
  • Besserer Theorie-Praxis-Transfer: Körperliches, gemeinsames Tun verankert abstrakte Themen wie Kooperation und Feedback.
  • Schnellere Teamlern-Kurven: Spiegelneuronen-Effekte verbreiten gute Strategien fast automatisch im Team.
  • Höhere Beteiligung: Aktives Gestalten bindet mehr Aufmerksamkeit als passives Zuhören.

FIRMEN MALEN nutzt diese Lernmechanismen gezielt: Das gemeinsame Kunstwerk ist kein Nebeneffekt eines netten Tages, sondern ein Lernformat, in dem Teams durch eigenes Tun, Beobachten und Nachahmen tiefer und nachhaltiger lernen als in den meisten klassischen Trainings.

Quellenangaben

Über den Autor: Götz Friedewald ist Künstler, Coach und Gründer von FIRMEN MALEN. Seit 2005 entwickelt er kreative Teambuilding-Formate für Unternehmen und hat über 300 Events begleitet. Mehr über Götz Friedewald: https://firmenmalen.de/ueber-uns/goetz-friedewald-der-coach