
24 Juni, 2026
Kunst im Unternehmen: Warum gestalterische Tätigkeit Stress senkt und Energie freisetzt

Stress ist in vielen Unternehmen Dauerzustand – mit messbaren Folgen für Gesundheit, Konzentration und Zusammenarbeit. Eine vielbeachtete Studie zeigt: Schon 45 Minuten künstlerisches Gestalten senken bei den meisten Menschen das Stresshormon Cortisol – unabhängig von Vorerfahrung. Dieser Beitrag erklärt, warum gerade gemeinsames Gestalten im Team (wie bei FIRMEN MALEN) diesen Effekt verstärkt und zu echter, spürbarer Erholung im Arbeitsalltag wird.
Dauerstress gehört für viele Teams zum Arbeitsalltag: volle Kalender, ständige Erreichbarkeit, hohe Erwartungen. Die Folgen sind bekannt – sinkende Konzentration, mehr Reizbarkeit, weniger Geduld in der Zusammenarbeit. Während Unternehmen viel in Achtsamkeits-Apps und Resilienz-Trainings investieren, zeigt die Forschung, dass eine sehr direkte und unterschätzte Methode messbar wirkt: künstlerisches Gestalten.
Was im ersten Moment nach „nettem Extra" klingt, ist neurobiologisch belegbar wirksam. Für Teams wird daraus mehr als individuelle Entspannung – richtig eingesetzt wird gemeinsames Gestalten (wie bei FIRMEN MALEN) zu einem Format, das Stress senkt und gleichzeitig Energie und Verbindung im Team aufbaut.
1) Die Kaimal-Studie: Cortisol sinkt – unabhängig vom Talent
Eine vielzitierte Studie von Kaimal, Ray und Muniz (2016, Drexel University) untersuchte 39 gesunde Erwachsene, die 45 Minuten frei mit Stiften, Papier, Modelliermasse und Collagematerial gestalten konnten – ohne Vorgaben. Ergebnis: Bei 75 Prozent der Teilnehmenden sank der Cortisolspiegel signifikant. Entscheidend: Es gab keinen Zusammenhang zwischen früherer künstlerischer Erfahrung und der Stärke des Effekts.
Anders gesagt: Man muss kein „kreativer Typ" sein, damit Gestalten stressreduzierend wirkt. Der Effekt ist nicht talentabhängig, sondern an die Tätigkeit selbst gekoppelt – ein wichtiges Argument für Teamformate, in denen nicht jeder zeichnen können muss, um zu profitieren.
2) Warum gerade gestalterische Pausen anders wirken als reine Erholung
Forschung zu Mikropausen zeigt: Nicht jede Pause wirkt gleich gut. Eine systematische Übersicht im Fachjournal PLOS ONE fand, dass Mikropausen besonders die Leistung bei kreativen und klerikalen Aufgaben steigern können – weniger bei hochkomplexen, kognitiv fordernden Aufgaben. Entscheidend sind Timing, Art der Aktivität und ein gewisses Maß an Autonomie in der Pause.
Gestalterische Tätigkeit erfüllt diese Kriterien fast ideal: Sie ist aktiv statt passiv, bietet Kontrollerleben (eigene Entscheidungen über Farbe, Form, Linie) und unterbricht das übliche Aufgabenmuster vollständig – ein wirksamerer „Reset" als das bloße Scrollen am Handy in der Pause.
3) Vom Einzel-Stresshormon zum Teamklima
Die Kaimal-Studie misst individuelle Cortisolwerte – doch ihre Wirkung entfaltet sich im Team noch breiter. Teilnehmende beschrieben das Gestalten in der Studie unter anderem als entspannend, befreiend von Zwängen und als Prozess von anfänglichem Ringen zu späterer Lösung – Erfahrungen, die sich in einer Gruppe gegenseitig verstärken können. Wenn mehrere Menschen gleichzeitig in diesen Zustand kommen, sinkt nicht nur individueller Stress, sondern auch die allgemeine Anspannung im Raum: weniger Status, weniger Verteidigungshaltung, mehr gemeinsames Erleben.
Das ist ein relevanter Unterschied zu klassischen Einzel-Entspannungsformaten: Ein Team, das gemeinsam Stress abbaut, baut nebenbei auch Vertrauen und Verbindung auf – zwei Ressourcen, die in der täglichen Zusammenarbeit direkt wirken.
4) Was Unternehmen daraus gewinnen
- Messbare Stressreduktion: Bereits kurze, künstlerische Gestaltungsphasen senken Cortisol – unabhängig vom Können.
- Echte Erholung statt Pseudo-Pause: Aktives, autonomes Gestalten wirkt nachweislich besser als passives Konsumieren in der Pause.
- Stärkeres Teamklima: Gemeinsamer Stressabbau fördert Vertrauen und senkt Verteidigungshaltung im Team.
- Niedrige Einstiegshürde: Der Effekt ist nicht an Talent gekoppelt – jeder kann profitieren.
FIRMEN MALEN macht sich diesen Mechanismus gezielt zunutze: Das gemeinsame Kunstwerk ist nicht nur ein schönes Ergebnis am Ende des Tages, sondern bereits während der Entstehung ein wirksames Format zur Stressreduktion – mit einem messbaren biologischen Effekt und einer sozialen Wirkung, die über den Tag hinaus im Team bleibt.
Kaimal, G., Ray, K., & Muniz, J. (2016): Reduction of Cortisol Levels and Participants' Responses Following Art Making. Art Therapy, 33(2). https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27695158/ Volltext: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/07421656.2016.1166832 Drexel University News: At Any Skill Level, Making Art Reduces Stress Hormones. https://drexel.edu/news/archive/2016/june/art_hormone_levels_lower ScienceDaily: At any skill level, making art reduces stress hormones. https://www.sciencedaily.com/releases/2016/06/160615134946.htm "Give me a break!" A systematic review and meta-analysis on the efficacy of micro-breaks for increasing well-being and performance. PLOS ONE. https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371%2Fjournal.pone.0272460
Über den Autor: Götz Friedewald ist Künstler, Coach und Gründer von FIRMEN MALEN. Seit 2005 entwickelt er kreative Teambuilding-Formate für Unternehmen und hat über 300 Events begleitet. Mehr über Götz Friedewald: https://firmenmalen.de/ueber-uns/goetz-friedewald-der-coach